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Drogen in Spanien: Was auf Mallorca legal ist und was nicht

October 26, 2026
Informationen

Drogen in Spanien: Was Mallorca-Urlauber wissen müssen – Bußgelder für Besitz, Cannabis-Clubs, Partydrogen und Kontrollen am Flughafen Palma.

Mondlicht auf dunklen Meereswellen an einem Strand mit Lichtern der Stadt, Bild zum Thema Drogen in Spanien für Mallorca-Urlauber

Summary

Viele Urlauber halten Drogen in Spanien für legal oder gehen davon aus, dass deutsche Cannabis-Regeln auch auf Mallorca gelten. Beides stimmt nicht. Dieser Beitrag erklärt, wann ein Bußgeld droht, wann eine Straftat vorliegt und was am Flughafen passiert.

Sind Drogen in Spanien legal? Viele Mallorca-Urlauber glauben das, und seit der Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland gehen manche davon aus, dass auf der Insel dieselben Regeln gelten. Das ist ein Irrtum. In Spanien ist der Konsum zwar keine Straftat, aber Konsum und Besitz in der Öffentlichkeit werden mit Bußgeldern ab 601 Euro geahndet. Wer Drogen verkauft, weitergibt oder transportiert, riskiert mehrere Jahre Haft. Dieser Beitrag erklärt, was für Urlauber an der Playa de Palma, in Palma oder am Flughafen gilt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Konsum und Besitz von Drogen an öffentlichen Orten (Strand, Straße, Bar, Club) sind in Spanien eine schwere Ordnungswidrigkeit mit Bußgeldern von 601 bis 30.000 Euro.
  • Besitz zum Verkauf oder zur Weitergabe ist eine Straftat: bei Cannabis ein bis drei Jahre, bei Kokain, Ecstasy/MDMA oder anderen „harten“ Drogen drei bis sechs Jahre Freiheitsstrafe.
  • Die deutschen Cannabis-Regeln gelten in Spanien nicht. Cannabis-Clubs schützen Urlauber nicht, und am Flughafen wird schnell aus einem Bußgeld ein Strafverfahren.

Gilt das deutsche Cannabisgesetz auch auf Mallorca?

Nein. In Deutschland ist der Besitz kleiner Mengen Cannabis für Erwachsene seit 2024 unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. [VERIFIZIEREN: aktueller Stand des deutschen Cannabisgesetzes (KCanG)] Für Taten in Spanien gilt aber ausschließlich spanisches Recht. Und das kennt keine Legalisierung: Cannabis ist dort eine verbotene Substanz.

Konsum und Besitz: Bußgeld statt Strafe

Der Konsum selbst ist in Spanien keine Straftat. Nach Art. 36.16 des spanischen Gesetzes über die öffentliche Sicherheit (Ley Orgánica 4/2015) sind jedoch Konsum und Besitz von Drogen auf Straßen, an öffentlichen Orten, in Lokalen oder öffentlichen Verkehrsmitteln eine schwere Ordnungswidrigkeit, auch wenn die Drogen nur für den Eigenbedarf bestimmt sind.

Schwere Ordnungswidrigkeiten werden mit 601 bis 30.000 Euro geahndet (Art. 39). In der untersten Stufe liegt das Bußgeld zwischen 601 und 10.400 Euro. Die Polizei stellt die Drogen sicher. Für Urlauber heißt das konkret: Der Joint am Strand, die Pille auf der Toilette im Club oder ein Tütchen in der Hosentasche auf der Partymeile können ein Bußgeld auslösen.

Wann wird es eine Straftat?

Art. 368 des spanischen Strafgesetzbuchs (Código Penal) bestraft den Anbau, die Herstellung, den Verkauf und jede andere Förderung des Drogenkonsums Dritter sowie den Besitz zu diesen Zwecken:

  • Drogen, die die Gesundheit schwer schädigen (z. B. Kokain, Heroin, Ecstasy/MDMA, Methamphetamin): drei bis sechs Jahre Freiheitsstrafe und Geldstrafe bis zum Dreifachen des Drogenwerts.
  • Andere Drogen (vor allem Cannabis und Haschisch): ein bis drei Jahre Freiheitsstrafe und Geldstrafe bis zum Doppelten des Drogenwerts.

Entscheidend ist, ob die Drogen für den Eigenbedarf oder zur Weitergabe bestimmt waren. Die Gerichte achten auf Menge und Reinheit, Verpackung in Einzeldosen, Bargeld, Waagen und Chatnachrichten. Auch das Weitergeben an Freunde, selbst ohne Gegenleistung, kann als Drogenhandel gewertet werden. [VERIFIZIEREN: Referenzmengen des spanischen Obersten Gerichtshofs für den Eigenbedarf und Lehre vom gemeinsamen Konsum]

Cannabis-Clubs auf Mallorca

Auch auf Mallorca gibt es sogenannte Cannabis Social Clubs, die Touristen oft auf der Straße angeboten werden. Sie bewegen sich in einer rechtlichen Grauzone: Ein nationales Gesetz, das sie erlaubt, gibt es nicht, und der Oberste Gerichtshof hat entschieden, dass organisierter Anbau und Verteilung in solchen Vereinen Drogenhandel sein können. [VERIFIZIEREN: Grundsatzurteil des spanischen Obersten Gerichtshofs von 2015 zu Cannabis-Vereinen] Für Urlauber gilt:

  • Eine „Mitgliedschaft“ am selben Tag macht den Kauf nicht legal.
  • Wer außerhalb des Clubs konsumiert oder Cannabis bei sich trägt, riskiert ein Bußgeld.
  • Wer Cannabis aus dem Club mit nach Hause nehmen will, riskiert ein Strafverfahren.

Kontrollen am Flughafen Palma

Am Flughafen Son Sant Joan kontrollieren Polizei und Zoll bei Ankunft und Abflug, auch mit Spürhunden.

  • Kleine Mengen für den Eigenbedarf führen in der Regel zur Sicherstellung und zu einem Bußgeld, denn auch der Flughafen ist ein öffentlicher Ort.
  • Größere Mengen oder versteckte Drogen werden als Drogenhandel und Schmuggel behandelt. Ausländer werden dann häufig festgenommen und bleiben oft in Untersuchungshaft. [VERIFIZIEREN: spanisches Schmuggelgesetz, Ley Orgánica 12/1995]
  • Ärztlich verordnete Medikamente mit Betäubungsmitteln, auch medizinisches Cannabis, sollten in Originalverpackung und mit Rezept mitgeführt werden; innerhalb des Schengen-Raums kann eine besondere Bescheinigung nötig sein. [VERIFIZIEREN: Schengen-Bescheinigung nach Art. 75 SDÜ]

Wer festgenommen wird, hat Anspruch auf einen Anwalt, einen kostenlosen Dolmetscher und das Recht zu schweigen. Mehr dazu in unserem Beitrag Festnahme in Spanien: Ihre Rechte als Ausländer.

Was tun nach einer Festnahme?

  • Verlangen Sie sofort einen Anwalt und einen Dolmetscher für Deutsch.
  • Machen Sie keine Angaben zur Sache, bevor Sie mit Ihrem Anwalt gesprochen haben, und unterschreiben Sie nichts, was Sie nicht verstehen.
  • Informieren Sie Angehörige oder das deutsche Konsulat; Familienangehörige sollten Unterlagen zu Wohnsitz, Arbeit und Familie sammeln, damit der Anwalt die Freilassung beantragen kann.

Häufige Fragen

Ist Kiffen auf Mallorca erlaubt?

Nein. Privater Konsum ist keine Straftat, aber Kiffen am Strand, auf der Straße oder in Lokalen ist eine Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld ab 601 Euro.

Bekomme ich durch ein Bußgeld einen Eintrag im Führungszeugnis?

Ein spanisches Bußgeld wegen einer Ordnungswidrigkeit ist keine strafrechtliche Verurteilung. Eine Verurteilung wegen Drogenhandels kann dagegen an Deutschland übermittelt werden. [VERIFIZIEREN: Übermittlung spanischer Verurteilungen an das Bundeszentralregister]

Was passiert, wenn ich im Urlaub mit Drogen erwischt werde?

Bei einer kleinen Menge für den Eigenbedarf droht meist ein Bußgeld. Vermutet die Polizei Handel, folgen Festnahme und Vorführung vor den Ermittlungsrichter, oft innerhalb von ein bis zwei Tagen.

Fazit

Drogen sind in Spanien nicht legal, auch nicht auf Mallorca und auch nicht Cannabis. Der Eigenkonsum wird mit Bußgeldern statt mit Haft geahndet, aber die Grenze zum Drogenhandel ist schnell überschritten.

Wurden Sie oder ein Angehöriger auf Mallorca festgenommen, hilft Ihnen unser Anwalt für Drogendelikte in Spanien auf Deutsch. Vor Ort unterstützt Sie unser Strafverteidiger in Palma de Mallorca. Kontaktieren Sie unsere Kanzlei.

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